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Chronik

Ansichtskarte
Die Chronik der Gemeinde Kreba - Neudorf
 

Mitten in der Heide liegt Kreba im Schmuck seiner sauberen Häuser, seiner uralten Eichen und Linden, die unter Naturschutz stehen sollten, mit seiner Kirche und dem Schloss, die leuchtenden Farben strahlen, seinem baum- und wasserreichen Park, so ganz in grün gebettet. Ein Dorf, das mit seinem eichenbeschatteten Teichdämmen, seinem heideumblühtem Waldpfaden, seinem reichen Tier- und Pflanzenleben, den Naturfreund anzieht. Eine gute Gelegenheit zur Erholung bot in früherer Zeit (um die Jahrhundertwende) die Kahnfahrt von Neudorf nach Kreba, welche auch von den auswärtigen genutzt wurde.

Wie die meisten Dörfer des ebenen Landes der Heide verdankt auch Kreba seine Entstehung den Wenden, welche Ende des 5. Jahrhunderts einwanderten und an die Stelle germanischer Völker traten. Der Name "Chrebja" wird verschieden ausgelegt. Einmal von "chribjet" (Landrücken, also auf hügeligem Gelände liegend) und "Krjebi" (der am Fluss gelegene Ort). Ort und Name sind slawisch - sorbischen Ursprungs. Die uns heute bekannten ältesten urkundlichen Erwähnungen von Kreba aus den Jahren 1409 - 1415 bezeichnen es in unterschiedlichster Schreibform "crobe", "Kröbe", "die creybe", die crobe", "Krebe" und 1599 "Kreba".

Kirche

Zu Kreba gehört der Ortsteil Tschernske, sorbisch "Cernsk". In einer Urkunde des Jahres 1519 lesen wir "Tschirnosch", 1632 "Tschernsko", 1657 "Tschernigko", 1695 "Tschernigke", 1749 "zernike vulgo" und 1825 "Zschernske". Der Name lässt sich von dem sorbischem Wort "cerwjeny" (rot) ableiten. Der am Ort häufig vorkommende Rasenstein färbt flache Gewässer besonders stark rötlich.

In der faschistischen Zeit wurden die Ortsnamen entsorbisiert. Aus Kreba wurde "Heideanger", aus Tschernske wurde "Hirschwalde" und aus dem zu Kreba gehörigem damaligen Einzelgut Neu - Kreba wurde "Hirschwinkel". Diese Namen bestanden von 1936 bis 1947. Danach führte man die alten Ortsnamen wieder ein.

Wie auch Kreba am Wasser gelegen, befindet sich Neudorf am Schwarzen Schöps. Urkundlich wird Neudorf im Jahre 1519 als "Neuendorff" erwähnt und 1527 als "Newendorf" (Straßendorf) bezeichnet. Alle umliegenden Orte sind älter und so hat man wohl bei der Gründung dieser Siedlung ihr den Namen "Neuendorff" gegeben, welches dann später als Neudorf bezeichnet wird.

Zur Zeit der Reformation kam in die so stille Heide ein frisches lautes Leben. Neben der ursprünglichen Landwirtschaft entwickelte sich auch eine bodenständige Industrie. Das Eisenerz, welches an der Spree und deren Nebenflüssen unter der sumpfigen Wiesendecke auftrat, ließ Eisenhämmer entstehen. Man arbeitete anfangs nur das leichtflüssige Erz, als aber 1720 in Kreba der erste Hochofen gebaut wurde, auch den strengflüssigeren Eisenstein.

In der Blütezeit um 1840 umfasste das Werk folgende Teile: einen Hochofen, drei Frischfeuer, einen Zainhammer, eine Walze, ein Bohrwerk, einen Pudlingsofen, zwei Zeughämmer, einen Pochhammer und eine Schlosserei. Das Werk beschäftigte sechs Hochöfner und 20 Hammerarbeiter.

Im Jahre 1848 erzeugt das Werk 8.000 Zentner Roheisen, 1.000 Zentner Gusseisen und 3.000 Zentner Stahleisen. Für die hohe Leistungsfähigkeit des Werkes spricht die Tatsache, daß hier im Jahr 1777 eine 5 Zentner Glocke für die Kirche in Niederbielau gegossen wurde. Da das Werk schließlich dem Wettbewerb mit der fortgeschrittenen Eisenindustrie nicht mehr gewachsen war, ließ es der Besitzer 1856 eingehen, in ein Sägewerk verwandeln und benutzte die Wasserkraft auch zur Erweiterung der Teichanlagen. Doch konnten Holz- und Teichwirtschaft die ausgefallene Verdienstmöglichkeit kaum ersetzen.

Der Hammerteich, der "Gasthof zum Eisenhammer" und nicht zuletzt die aus den blauen Schlackesteinen errichteten alten Häuser im Ort sind Erinnerungen an Krebas einst blühende Eisenindustrie. In der Zeit des 30jährigen Krieges hat auch Kreba, Neudorf und die ganze Oberlausitz eine Kette von Heimsuchungen durchmachen müssen. Fortwährend hielt ein Wächter Ausschau auf dem Turm, um die Einwohner vor verdächtigen Personen zu warnen. Furchtbare Kriegsjahre waren 1631, 1637 und 1642. 1634 forderte die Pest in Kreba, in der Zeit vom 25. Juli bis zum 1. Oktober, 170 Opfer. Im gleichen Jahr brannten in Tschernske 2 Bauernhöfe und der Gutshof ab. Die Plünderungen der Soldateska, der Schweden, sowie der Kaiserlichen hörten nicht auf. Kroaten überfielen 1642 das Dorf und mordeten und raubten die Kirche aus. Als sich der Krebaer Standesherr, Hans Kaspar von Bischofswerder, zur wehr setzte, erschossen ihn die Räuber. Schlesische Reiter überfielen im gleichen Jahr Tschernske und raubten das Vieh. Mutig aber verfolgten die beraubten Einwohner die Räuber und jagten diesen das Vieh wieder ab. Aus diesem Grund befestigten die Krebaer im folgenden Jahr ihr Dorf mit Schutzgräben und Palisaden, Wachtürmen und zwei Zugbrücken. Von daher rührt auch der noch heute verwendete Name eines Weges "die Schanze".

Während Kreba um 1632 nur etwa 6 Bauernhöfe und 6 Gärtnerstellen umfasst, zählt es 1730 schon 27 Höfe. Auch ein Seifensieder Schuster ist in Kreba tätig. 1829 ist die Zahl auf 57 Höfe gestiegen, die sich auf einen Großbauer, 4 Halbhüfner, 8 Gärtner, 6 Dreschhäusler, 20 Häusler und 18 Leerhäusler verteilen.

Rund 100 Jahre später (1924) ist die Zahl der Gehöfte auf 109 angewachsen. Nur ein Dutzend Einwohner lebten bei 20 bis 60 Morgen ausschließlich von der Landwirtschaft. Die Anderen hatten so genannte Zwergwirtschaften und waren auf Nebenerwerb angewiesen. Andere betrieben die Landwirtschaft nur nebenbei. Den Haupterwerb fanden sie im Handwerk oder der Industrie. Die Heide mit ihren Beeren- und Pilzreichtum liefert zeitweise den erwünschten Nebenverdienst.

Jahrhunderte mögen diese wendischen Einwohner sich in unserer wald- und wasserreichen Gegend zunächst als Fischer, Pechsieder, Kohlenbrenner und Zeidlerkümmerlich ernährt haben, bis sie als Bauern mit der eisernen Pflugschar den hier mageren Sandboden reicheren Ertrag abgewinnen konnten. Oft überschwemmte der Schwarze Schöps Felder und Wiesen. So auch 1648, zwischen Kreba und Reichwalde waren die Flächen 15 Stunden unter Wasser.

Der Wasserturm

Für die Verschönerung des Dorfplatzes in Kreba werden 1676 Linden gepflanzt.

Von einem Brand wird 1681 berichtet. Am 7. Mai brennen die Kirche, das Pfarrhaus und die Schule ab, sowie ein großer Teil des Dorfes.

Die Krebaer Untertanen lehnen sich 1685 gegen ihre Herrschaft auf. Ihre Lage ist so schlecht, daß sich die ganze Gemeinde beschwert. In Weißenberg lassen sich 33 betroffene Personen ein Schreiben aufsetzen. Mit diesem verfasstem Schreiben begeben sie sich zur Herrschaft nach Baruth, um ihr Recht einzufordern. Doch unverrichteter Dinge kehren sie zurück und werden für ihren Mut bestraft. Die Anführer Christoph Polack und Christoph Bader sollten entweder durch den Landreiter nach Bautzen gebracht oder in einer zu erbauenden Klauses bei 8 Tagen trockenem Brot und Wasser eingesperrt werden. Ein milder Fall, so hieß es.

Zu einer erneuten Hochwasserwelle kommt es 1691 durch Überflutung des Hammerteiches und des Mühlteiches. Fast hätte es 4 Ochsen und einen Großknecht, der auf dem Wagen saß, mitgerissen. Schon ein Jahr später (1692) kommt es wieder zu einer furchtbaren Überschwemmung durch einen Dammbruch des Hammerteiches. Das Wasser läuft zum Dorfeingang herein und zum Dorf Ende heraus.

Im 17. Jahrhundert entsteht in Kreba eine Färberei. Doch bereits 1650 brennt diese wieder ab. Eine Mühle mahlte das Getreide bis 1900. Die bisher arbeitende Brauerei stellte im 19. Jahrhundert ihre Tätigkeit ein.

In Sachsen wird am 8. September 1813 eine neue Verfassung verabschiedet und mit dem Gesetz vom 17.03.1832 werden erhebliche Untertänigkeit und Fronarbeit aufgehoben. 1835 erfolgt im damaligen Kreis Rothenburg die Ablösung der Frondienste.

1832 lassen sich in Kreba an Hand des "1831 von obervormundschaftswegen genehmigter Rezesse" folgende Berufe einstellen: Pfarrer, Schullehrer, Oberförster, Verwalter, Dorfrichter, Gärtner, Werksmeister, Schenkengutbesitzer, Fleischhauer, Färbermeister, Mühlenmeister, Schmied, Maurer, Kohlenmesser, Schneidermeister und Böttcher.

Am 7. November 1838 erscheint ein Gesetz über die Neuordnung in den Dörfern. Danach wird der Dorfrat (Gemeinderat) gebildet und das Amt des Dorfvorstehers geschaffen. Das Dorf gelangt nun unmittelbar unter die Landesherrschaft.

Für das Jahr 1866 wird von Dr. Mucke in Kreba folgende Statistik aufgestellt:
2 Halbhufner, 11 Großgärtner, 73 Großhäusler, 5 Mieter, 2 Schenker, 4 Kramer, 8 Handwerker, eine Schule und vier Güter befinden sich in Kreba.
In Tschernske befinden sich 8 Halbhufner, 3 Großgärtner, 29 Großhäusler, 1 Schenker, 10 Arbeiter, 1 Schulze und ein Gut.

Im 19. Jahrhundert macht auch die Technik Riesenfortschritte. Es entsteht in Mücka ein Bahnanschluss an die Linie Kohlfurt - Falkenberg mit einem Bahnhof.. Der Zufahrtsweg Kreba - Neudorf - Mücka (heute alte Straße genannt) führte 1897 hinter Kreba, links an Neudorf vorbei und war ein ausgesprochener Sandweg. Erst beim neuen Straßenbauprojekt von 1895 wurde durch den Kreistag beschlossen, die zu erbauende Straße direkt durch den Ort Neudorf zu führen. Gastwirt Heinrich unterstützte dieses Vorhaben mit einem Betrag von 500,00 Mark. So erhoffte er sich durch die neue Zufahrtsstraße an seiner Gaststätte vorbei, höheren Umsatz. Kreba hatte die Kreiskasse Rothenburg 2.000,00 Mark für den neuen Straßenbau zu entrichten.

Von 1899 bis 1902 entsteht in Kreba eine Holzwollfabrik und wird damit zur neuen Erwerbsquelle für die Dorfbewohner. Weitere Arbeitsgelegenheiten bieten sich in Rietschen und Weißwasser in der Glasindustrie, und in Niesky die Holzindustrie Christoph & Unmack. Ausgestorben sind in dieser zeit außer den Hammerschmieden auch die Färber, Seifensieder und Töpfer. Neuzeitliche Berufe treten an ihre Stelle, wie Autoschlosser, Installateur, Friseur, Zahnarzt und Tierarzt. Für die Krebaer Einwohner fehlt ein praktizierender Arzt. Seit 1919 ist eine Diakonissin als Gemeindeschwester tätig.

An Bierbachs Gaststätte  "Zur Krone" wird 1925 ein Saal angebaut. Dieser schöne große Saal bot nun die Gelegenheit die Feste im Jahr, wie zum Beispiel die Kirmes, in Verbindung mit den Tanzveranstaltungen so richtig zu feiern. Auch für Theatervorstellungen wird der Saal genutzt.

1933 zählt die Parochie Kreba bereits 1661 Bürger, wovon 20 Prozent sorbisch sprechen.

Das Schloss
Während des 2. Weltkrieges muss am 17. April 1945 die Zivilbevölkerung Kreba verlassen. Auch die deutschen Wehrmachtsangehörigen fliehen vor den sowjetischen Truppen an der Neiße westwärts. Der so genannte Volkssturm wird in das grauenvolle Geschehen einbezogen. Die sowjetischen Einheiten verfolgen ihre Gegner und setzen zum letztem großen Schlag gegen die deutschen Truppen an. Auf den Straßen entsteht das größte Durcheinander. Am 8. Mai 1945 hat dieses furchtbare Geschehen ein Ende und die Einwohner kehren wieder in ihren Ort zurück und die meisten stehen vor dem Nichts. Das Gespenst des Krieges hat Kreba besonders schwere Wunden zugefügt. 65 Prozent der Gebäude sind zerstört. Unter den zerstörten Gebäuden befinden sich auch die Schule, das Pfarrhaus, das Sägewerk, die Holzwollfabrik, die Bäckerei, das moderne Gasthaus mit Saal und Kegelbahn, zwei Kaufhäuser und vieles Anderes mehr. Des Weiteren hat der Ort 10 Zivilisten und 40 Gefallene als Opfer zu beklagen. Außerdem finden sich bei den schweren Kämpfen in Kreba und Umgebung 65 gefallene Soldaten ihre letzte Ruhestätte auf dem Gelände an der Kirche, direkt an der Mauer. Auf die 65 zum Teil bekannten aber auch unbekannten Soldaten weist noch heute ein Gedenkstein hin. Mit dem grausamen Krieg war auch die Hitlerdiktatur zu Ende und es begann der Anfang einer neuen Zeitepoche.

Trotz großer Schwierigkeiten in vielen Bereichen, beginnt man mit großer Geduld mit dem Wiederaufbau der Gemeinde. Die Not macht die Menschen erfinderisch. Jeder ist aufgerufen freiwillig mitzuarbeiten, die Kriegsschäden zu beseitigen. Im Dorf wird eine Aufbaugemeinschaft gegründet. Als Bürgermeister wird Ernst Fietze eingesetzt. Die ersten Lebensmittelkarten werden im Gemeindebüro handgefertigt ausgegeben.

1950 brennt im Parkgelände der einstige gräfliche Kutschstall ab. An seiner Stelle wird hier eine Sporthalle errichtet. Freiwillig werden an diesem Projekt 30.000 DM entrichtet. Nach der Fertigstellung besitzt sie einen Wert von 98.000 DM. In der Folgezeit finden in dieser auch Kulturveranstaltungen und vieles andere mehr statt, da es in Kreba an einem entsprechenden Saal mangelt.

1952 wird die Parksportstätte durch den Arbeiterveteran Otto Buchwitz eingeweiht. Aus der Kriegsruine des Kaufhauses Urban entsteht in 2.000 Stunden nationalem Aufbauwerk eine moderne Konsumverkaufsstelle für Lebensmittel und Textilien. Für den Wiederaufbau der abgebrannten Schule spenden die Einwohner das nötige Bauholz und so entsteht in den Jahren 1953 bis 1954 an dieser stelle eine Ambulanz mit Schwesternstation. Der ehemalige Saal der Gaststätte "Eisenhammer" verwandelt sich unter fleißigen Händen zu einem für damalige Zeiten modernem Landkino. Die im Krieg gesprengte Hammerteichbrücke wird neu aufgebaut, gleichfalls das Stauwehr und die Straßen, so gut es geht.

Im Wettbewerb um "Das schönste Dorf" erringt Kreba 1956 unter den Gemeinden des Kreises Niesky den ehrenvollen zweiten Platz.

Auch die Schulkinder sind dabei, wenn es gilt, freiwillige Arbeit zu leisten. Als fleißige Helfer geben sie bei der Kartoffelernte 444 Stunden Unterstützung. Der VEB Binnenfischerei Kreba leistet 1765 NAW - Stunden, spendet 172 Festmeter Holz und leistet einen Wert von 187 MDN Fuhrarbeit. Weiterhin werden im Straßenwesen der Gemeinde 773, am Sportplatz 266, beim Ausbau des Schießstandes 125 und im Wohnungsbau 123 Aufbaustunden geleistet. Der Leiter der Sportgemeinschaft Max Nowotny erhält die silberne Ehrennadel der Demokratischen Sportbewegung.

Im Ort wird eine Gruppe des Kulturbundes gegründet, sowie ein Fotozirkel und eine Fachgruppe für Ornithologie. Die durch den Laienornithologen Rudi krause geleitete Fachgruppe ist sehr rege tätig und zählt zu jener Zeit zu den Besten des Bezirkes Dresden. Die kulturelle Betreuung der Einwohner wird durch einen Theaterring erweitert. Die Teilnehmer besuchen regelmäßig die Vorstellungen des Görlitzer Gerhard - Hauptmann - Theaters. 1955 / 56 beginnt die Fischwirtschaft in Kreba mit einem neuen Produktionszweig, der Entenmast.

Die Fischerei
1956 gehören zu Kreba die Ortsteile Tschernske, Lache, Zedlig und Neu - Kreba. Der Ort umfasst 187 Wohngebäude und zählt 932 Einwohner. Es werden in Kreba 343 Personen mit sorbischen Sprachkenntnissen und 37 Trachten- bzw. Halbtrachtenträgerinnen festgestellt. Die sorbische Sprache wird überwiegend von der älteren Generation, ab 45 Jahre, beherrscht. Die Jugend kleidet sich nach der jeweiligen Mode.
1956 befinden sich in Kreba unter anderem der Rat der Gemeinde, die Kirche, die Post, eine poliklinische Ambulanz, eine Konsum - Gaststätte, eine Produktionserfassungsstelle, zwei Bäcker, Drei Herrenschneider, ein Fotograph, eine Schlosserei mit Tankstelle, ein Dachdeckermeister, ein Polizeiwachtmeister, eine Krankenschwester, ein Masseur, ein Hausschlächter, ein Gärtner, ein Friseur, eine Stellmacherei, ein Steinmetzmeister, ein Kreissägenverleih und Lohndrusch, ein Standesamt, eine Zweigstelle der Sparkasse, ein Kindergarten, eine Hebamme, der Konsum, drei Gemischtwarengeschäfte, ein Fleischer, ein Fleischbeschauer, zwei Damenschneiderinnen, zwei Schuhmacher, eine Schmiede, ein Ofensetzmeister, ein Korbmacher, ein Besenbinder und ein Rechenmacher, sowie 188 Bauern mit dazugehörigen Landwirtschaftsflächen zwischen einem bis zehn Hektar.

Am 1. Januar 1957 werden die Ortsteile Zedlig und Neu - Kreba von Kreba nach Kosel eingemeindet. Zu der 4 km entfernten Bahnverbindung nach Mücka entsteht Ende der Fünfziger Jahre eine Busverbindung. Auch eine dazugehörige Autobus - Wartehalle wird gebaut.

Im April 1960 wird die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, LPG, mit dem Namen "Am Hammerteich" gegründet. In den folgenden Jahren entwickeln sich LPG und Binnenfischerei zu den Haupteinnahmequellen. Schon im Jahre 1965 gibt es einen gewissen Wohlstand.
Von den 300 Haushalten besitzen:
- ein Moped = 73 Bürger
-ein Auto = 23 Bürger
- ein Motorrad = 75 Bürger
- einen Fernseher = 95 Bürger

Kindergartenplätze sind ständig gefragt und so wird 1967 / 68 der Kindergarten durch einen Anbau mit vielen fleißigen Helfern vergrößert. Das umfangreiche Straßenbauprojekt kann in der Zeit von 1967 bis 1969 durchgeführt werden. Seit 1968 ist der Springbrunnen im Hammerteich eine besondere Attraktion. Eine Verbesserung in der ärztlichen Versorgung bietet sich 1971 an. In der bestehenden Schwesternstation wird eine Zahnarztpraxis eingerichtet. Ein Friseur findet in dem damaligen Einkaufsladen Rätze seinen Platz.

Auch eine moderne Straßenbeleuchtung, Grünflächen im Dorfzentrum, Bürgersteige- und Entwässerungsanlagen, eine große Sichtwand mit beleuchteter Wettbewerbstafel und Parkplätze, sowie eine öffentliche Wasserversorgung und Wasserleitung zum OT Tschernske werden in den Jahren bis 1971 geschaffen.

In Zusammenarbeit mit der LPG, dem VEB Binnenfischerei und dem Forstwirtschaftsbetrieb kann am 25.07.1972 das Richtfest der Baumaßnahme des 6 WE gefeiert werden. Die Fertigstellung des Mehrfamilienhauses erfolgte im Frühjahr 1973 und 6 Familien bezogen ihr neues Heim.

Am 01.01.1973 werden die Gemeinden Kreba und Neudorf zusammengeschlossen. Unter der Leitung des Bürgermeisters Hubert Steiger steht nun der Name Kreba - Neudorf über beide Orte und von nun an wird in Gemeinsamkeit geschaffen.

Anfang der Siebziger Jahre setzt in Kreba - Neudorf eine rege Bautätigkeit ein. Es werden Um- und ausbauten für Wohnraumzwecke vorgenommen. Viele schöne Eigenheime entstehen und verschönern das Dorfbild. Und so erfolgen bis zum Jahr 1974 auch folgende Baumaßnahmen wie die Straßenteerung, der Bau einer Straßenbeleuchtung in Neudorf, der Bau einer Totenfeierhalle am Friedhof, Ausbau der ehemaligen Gaststätte in Tschernske, Sanierung der Parkmauer und ein Sozialgebäude mit sanitären Einrichtungen im VEB Dämmstoffwerke Neudorf.

Als einen absoluten Höhepunkt stellte am 7. Oktober 1974, aus Anlass des 25. Jahrestages der DDR, die Verleihung des "Vaterländischen Verdienstordens" dar. 1976 schließen sich die 3 LPGs: "Rotes Banner" aus Gebelzig, "Vereinte kraft" aus Klitten und "Thomas Müntzer" aus Weigersdorf zusammen und so ergeben sich einige bedeutsame Veränderungen in der Landwirtschaft.

Am 7. März 1977 wird zur Freude der kleinen Bürger, aber auch der Erwachsenen, die neue Kindereinrichtung im Wohngebiet in Kreba übergeben. Bei dem Bau des Kindergartens beteiligten sich mehr als 300 Bürger und 48 Betriebe, Handwerker und andere Einrichtungen und so konnte eine Kindertagesstätte im Wert von einer halben Million Mark geschaffen werden.

Am 7. März 1978 wird anlässlich des 200. Geburtstages von Heinrich Theodor Wehle, einem sorbischen Maler, eine Gedenktafel am Pfarrhaus enthüllt.

Die Fischerklause an der Schwarzen Lache

1981 ist unser Kreisgebiet und auch Kreba - Neudorf von einer Hochwasserwelle betroffen. Die lang anhaltenden Regenfälle in den vorangegangenen Wochen hatten dazu geführt, daß der Schwarze Schöps über die Ufer trat. Durch Verschlammung des Hammerteiches war der Ablauf nicht in vollem Umfang gesichert und führte somit auch in Kreba - Neudorf zur Überflutung. Im Wohngebiet in Neudorf musste die Kinderkrippe evakuiert werden. Im ehemaligen Fabrikgelände ist das Einfamilienhaus sehr stark vom Hochwasser betroffen.

Von 1982 bis 1983 entsteht ein neues Feuerwehrhaus. Das neue Gebäude ist mit zwei großen Garagen, einem Flur, zwei Toiletten, einer kleinen Küche und einem schönen großen Schulungsraum ausgestattet. Die Freiwillige Feuerwehr feiert mit Bürgern und Gästen am 5. Oktober 1983 die Einweihung des Gebäudes.

1987 kann die Sportgemeinschaft auf ein 40jähriges Jubiläum zurückblicken. Am 25. und 26. Juli wird das Fest der Spitzenklasse, das 40. Sommer-, Sport- und Parkfest, gefeiert. 190 Mitwirkende sind bei der großen Sportfestgymnastikschau dabei und lassen das Jubiläumsfest für die Besucher zum großen Erlebnis werden.

Ein wichtiges Ereignis für die Bewohner des Ortsteiles Lache ist der Langersehnte Trinkwasseranschluss im Jahr 1989. Dabei haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kreba großen Anteil bei der Verlegung der Wasserleitung. Dieses Initiative war eine von vielen, bei denen die Feuerwehr ihre Gemeinnützigkeit bewiesen hat.

Die alte Schmiede
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Kontakt

Gemeinde Kreba- Neudorf
Am Sportplatz 8
02906 Kreba-Neudorf
 
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Tel.: ( 035893 ) 6418